Aufstehen gehen Rassismus

Zwei im letzten Jahr von „Kultur in Andreas“ veranstaltete Demokratieabende fanden im Stadtteil so großen Zuspruch, wie sonst nur Gottesdienste an hohen christlichen Feiertagen. Die Kirche war beide Mal gerappelt voll. Das hat uns im Kirchenvorstand motiviert, erstmals ein Seminar gegen rassistische Parolen zu organisieren.

Es fand Anfang Februar im Gemeindesaal in der Kirchhainer Straße statt. Vier Stunden lang wurde sich über Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus ausgetauscht. Er betrifft dabei nicht nur Zugewanderte sondern auch Frauen, Beeinträchtigte oder queere Menschen und entwickelt sich zunehmend zu einer Gefahr für unsere Demokratie (Grundgesetz Art. 1: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“). Bei dem Seminar ging es darum Strategien zu entwickeln, wie wir gegen solche meist dumpfen Parolen argumentieren oder unser Missfallen ausdrücken können.

Helen und Iris leiteten das Training. Sie zeigten uns, wie wir unsere Sprachlosigkeit mit einfachen Fragen, Argumenten oder Verhaltensweisen überwinden können. Dabei lernten wir, dass es durchaus eine Strategie sein kann, ein aus dem Ruder laufendes Gespräch einfach zu verlassen. In einem Rollenspiel wurde aber auch geübt, typischen diskriminierenden Aussagen offensiv entgegen zu treten.

Die Initiative Aufstehen gegen Rassismus hat seit 2016 in bundesweit 1.700 Seminaren bereits mehr als 25.000 Menschen erreicht. Nach diesem Seminar gibt es nun auch in der Hanna-Gemeinde einige Stammtischkämpfer*innen, die sich vorgenommen haben, künftig häufiger den Mund auf zu machen und Haltung zu zeigen.